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14 Mai 2009 FSJ oder ADiA in Spanien
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Spanien. Das sonnige Land voller Temperament im Südwesten Europas. Für viele ist es ein Traum dort ihr FSJ bzw. ADiA zu absolvieren. Doch wie kommt man an ein FSJ in Spanien, welche Organisationen muss man anschreiben und wo kann man arbeiten.  Und welche Vorteile bietet Spanien überhaupt als Gastland für euer FSJ / ADiA. Darüber findet ihr hier einige Informationen.

Spanien

Dass Spanien eine geniale Wahl für euer Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland/ ADiA ist, liegt auf der Hand. Vielen ist Spanien als Urlaubsland bekannt, in dem fast immer die Sonne scheint, in dem die Menschen temperamentvoll und heißblütig sind. Ein lockererer Lebensstil und viel Lebensfreude sprechen außerdem für das Land, das den größten Teil der iberischen Halbinsel bedeckt.

Nicht zu vergessen und für viele enorm wichtig ist es, Spanisch zu lernen bzw. seine Spanischkenntnisse zu verbessern. Im Vergleich zu vielen anderen Sprachen fällt Spanisch vielen Menschen recht leicht, auch wenn es gerade in der Anfagsphase sehr schwer ist, die Spanier zu verstehen. Durch den allgegenwärtigen Kontakt mit der Sprache ist garantiert, dass man nach seinem FSJ  bzw anderem Dienst im Ausland Spanisch auf einem hohen bis sehr hohen Niveau sprechen kann.

Wo wir vorhin vom Lebensstil sprachen, darf man natürlich auch nicht die spanischen Delikatessen wie iberischen Schinken, Chorizo und Rotwein vergessen. Eine fremde, aber dennoch noch europäische Kultur erwartet euch, die euch höchstwahrscheinlich in ihren Bann ziehen wird. Ein FSJ in Spanien  oder auch ein ADiA in Spanien ist ein Jahr, was man in seinem Leben nie vergessen wird.

Entsendeorganisationen (Träger)

Wir werden euch hier einige Organisationen bzw. Vereine auflisten, die Freiwillige nach Spanien entsenden und die von de Landesbehörden als Träger anerkannt sind. Meist wird sowohl FSJ als auch ADiA angeboten.

Projekte in Spanien

Es ist aufgrund der Knappheit der Stellen sicherlich klug, sich selbst eine Stelle zu suchen und diese dann über einen Träger anerkennen zu lassen. Sucht einfach in einer Suchmaschine eurer Wahl nach “[Name Spanischer Stadt]  + X”

X kann dann z.B. “Kinderladen”, “deutsche Schule”, “residencia de ancianos” (Altersheim),  albergue juvenil” (Jugendherberge) usw. eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Eure Funde müsst ihr dann nur noch anmailen und Fragen, ob sie daran interessiert wären euch gegen ein gewisses Taschengeld als Freiwilligen einzustellen.

01 Dez 2008 Schon ein Viertel vorbei
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Man kann es kaum glauben: 3 Monate sind es jetzt schon. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Da die letzten Tage irgendwie ohne besondere Ereignisse abgelaufen sind, fragt man sich schon, ob man die Zeit hier auch gut nutzt. Vielleicht nützt es, sich mal eine kleine Übersicht zu machen, was man sich vorgenommen hat und was man erreicht hat.

1. Spanisch lernen

Ich bin von Natur aus nie mit mir zufrieden was meine “Leistung” angeht. Aber ich kann auch nicht sagen, dass ich total enttäuscht von mir bin. Im Verstehen bin ich schon recht gut, auch wenn es mir bei verschiedenen Personen (z.B. eine meiner Mitbewohnerin) noch oft schwer fällt und ich nachfragen muss. Jedoch kann ich beispielsweise spanische Filme ohne Untertitel gucken und den Großteil verstehen. Geschriebenes Spanisch verstehe ich sehr gut, da man sich da unbekanntes besser erschließen kann. Beim Sprechen fehlt mir manchmal einfach die richtige Formulierung. Jedoch kann ich nahezu alles zum Ausdruck bringen, was ich möchte. Sogar Katalanisch verstehe ich gelegentlich, vom Sprechen bin ich aber meilenweit entfernt.

2.  Barcelona erkunden

Das Ziel wird leicht zu erreichen. Ich hab schon viel gesehen (auch dank des Besuchs meiner Eltern). Da auch meine Großeltern mal kommen wollen, werde ich wohl an Kultur ziemlich viel mitnehmen. Das Nachtleben von Barcelona habe ich auch ein paar mal schon erlebt, aber da gibt es nie genug zu sehen und zu erleben.

3. Freunde finden

Mit diesem Ziel hinke ich etwas hinterher. Ich kenne Jan und Fabian, die beiden andren Freiwilligen hier in Barcelona, meinen Tandem-Sprachpartner und meine Mitbewohner. Andere Leute, die ich mal getroffen habe, habe ich nicht wieder gesehen, was eigentlich ziemlich schade ist. Aber durch das leben in der WG werde ich wohl häufiger mal neue Leute kennen lernen.

4. Spaß haben und das FSJ zu dem spannendsten Jahr meines Lebens machen

Spaß habe ich auf Arbeit und das Leben in Barcelona gefällt mir. An Spannung fehlts teilweise noch ein wenig, aber ich glaube das wird sich bald ändern. Wichtig ist erstmal, dass ich mich hier wohl fühle und es mit keiner Silbe bereue, das FSJ angetreten zu haben.

Die Zwischenbilaz sieht doch ganz gut aus. Ich denke alles wird besser wenn ich erst mehr Leute kennen gelernt habe. Und damit das klappt werde ich jetzt was essen und mich danach in ein Pub setzen :-)

23 Okt 2008 Schlechtes Karma?
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Der 2. Monat ist voll im Gange und es gibt viel zu berichten. Leider ist nur wenig positives dabei…

Der Umzug in die WG hat nicht geklappt, weil jemand vor mir die Kaution bezahlt hat. Man sollte halt doch nicht so lange zögern, wenn man bei einer Wohnung ein gutes Gefühl hat. Bei anderen Anzeigen habe ich beim Anruf immer gesagt bekommen, dass das Zimmer schon besetzt ist. Ein Mal hatte war das aber nicht so und ich konnte mir eine Wohnung anschauen. Als ich 10 Minuten vorher nochmal anrief um mich über die Hausnummer zu vergewissern, bekam ich gesagt, dass das Zimmer jetzt schon vermietet sei (Dabei war der Termin zum Wohnung besichtigen erst einen Tag zuvor ausgemacht worden). Ich werde wohl noch den nächsten Monat hier bleiben müssen…Ich bleibe aber weiterhin dran, mir eine Wohnung bzw. WG hier in Barcelona zu suchen.

Ein weiterer Tiefschlag diesen Monat war, dass meine Freundin Schluss gemacht hat. Es ist etwas mit dem ich rechnen musste, als ich beschlossen habe, das FSJ zu machen. Ich möchte das hier aber nicht weiter beleuchten, weil ich einfach denke, dass es nicht hierher gehört.

Außerdem hat sich eine Erzieherin den Fuß gebrochen und wird erst mal ausfallen. Die andere Erzieherin ist hochschwanger und wird bald aufhören zu arbeiten. Das bedeutet viele Wechsel der Erzieher, was der Gruppe nicht gut wird. Man merkt jetzt schon, dass die Arbeit anstrengender wird, weil ich als einzige „Konstante“ einfach mehr arbeiten muss.

Heute ist mir dann auch noch mein Schutzblech vom Fahrrad geklaut worden.

Das Wetter passt sich diesen Negativen Ereignissen an, es regnet recht viel für Barcelonas Verhältnisse und es wird kühler.

Was ich aber sagen möchte ist, dass mich das alles nicht aus der Bahn wirft. Ich habe einen kleinen Job als Babysitter in Aussicht, für den Ich 40€ pro Woche zusätzlich verdienen könnte. Das „Probesitten“ war recht gut. Ich hoffe sehr, dass es klappen wird. Aber selbst wenn nicht wird das Leben weitergehen, davon lasse ich mir meine Zeit hier nicht vermiesen.

12 Okt 2008 Einsatzstelle BCN-Kinder

Seit meinem letzten Eintrag ist nicht viel passiert, darum habe ich mich entschlossen mal etwas mehr über meine Arbeit zu schreiben.
Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: meine Stelle ist ein Kindergarten namens BCN-Kinder. Es ist aber kein normaler Kindergarten, denn es ist eine Elterninitiative und kein vom Staat finanzierte Einrichtung.
Die wohl wichtigste Eigenschaft von BCN-Kinder ist, dass die Kinder dort zweisprachig aufwachsen. Es gibt eine deutsche Gruppe (mit deutschen Erziehern), eine katalanische Gruppe und eine bilinguale Gruppe mit etwas größeren Kindern. Viele Kinder stammen aus (zumeist deutschen) Einwanderer Familien. Manche  Eltern kommen aus verschiedenen Teilen der Welt, sodass die Kinder durch den Kinderladen 4-5 sprachig aufwachsen (Beispiel: Mutter Französin, Vater Amerikaner, sie leben in Barcelona und das Kind geht in den „Kinderladen“ [wie BCN-Kinder hier häufig genannt wird]. Dann lernt das Kind französisch, englisch, deutsch, katalan und auch spanisch).
Viel basiert hier auf der Mitarbeit der Eltern und auch die Kosten für Erzieher etc. werden allein von den Eltern getragen. Eltern können sich entscheiden, ob sie aktive Mitglieder werden (solche, die Aufgaben übernehmen wie Wäsche waschen oder Handwerker Arbeiten) oder passive (die dann eben mehr zahlen müssen). Wichtig zu sagen ist auch, dass Eltern die teilnehmen keinesfalls besonders wohlhabende Menschen sind, sondern ganz normale Leute.
Finanziell sieht es beim „Kinderladen“ nie rosig aus, deshalb bekommen Freiwillige dort auch kein Gehalt und keine Unterkunft.  Allerdings gibt es jeden Monat 10 Fahrten mit der Metro geschenkt und jeden Arbeitstag gutes Mittagessen. Es besteht nur aus  Bio-Zutaten und in 95% der Fälle schmeckt es wirklich richtig gut – habe hier sogar Tofu und viele Fischgerichte „essen gelernt“, die mir früher überhaupt nicht zugesagt haben.
Die Arbeit – das habe ich schon mehrfach beschrieben, ist sehr angenehm. Die Erzieher sind nett und gut drauf, die Kinder (zumindest in meiner Gruppe) machen kaum Probleme. Natürlich sollte man die Arbeit mit Kindern mögen. In der Eingewöhnungsphase der Kinder ist es etwas anstrengender, da die Kinder da erst lernen müssen, dass Mami und Papi sie etwas alleine lassen und das ist mit viel Schreien und Weinen verbunden. Glücklicherweise gab es bei mir in der Gruppe der „großen“ da keine Probleme. Wenn ihr also auch einen Freiwilligendienst hier leisten möchtet, empfehle ich euch bei BCN-Kinder zu fragen, ob ihr nicht in die bilinguale Gruppe der älteren Kinder gehen könnt ;-).Die Arbeitszeiten für Freiwillige beträgt 5-8 Stunden pro Tag, je nachdem wie viele andere Freiwillige auch gerade dort sind und in welcher Gruppe ihr seid.
Positiv zu vermerken ist auch, dass wir zweimal pro Woche in den Park gehen und dort auch den ganzen Tag bleiben. Da die Kinder dort meist sehr selbstständig spielen, ist es wirklich sehr angenehm an der frischen Luft.
Mehr fällt mir erst einmal nicht mehr ein zu schreiben. Bei Fragen zur Einsatzstelle stehe ich gern zur Verfügung, die Kommentarfunktion ist eingeschaltet!

06 Okt 2008 Erstbericht Lennart Ludwig, St Brieuc

Lieber sfd,

Der erste Monat in Frankreich ist um und ich habe mich schon die letzten Tage gewundert, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht.
Seit dem 1. September lebe und arbeite ich nun also in der Jugendherberge von Saint Brieuc, einer Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern. Saint Brieuc liegt direkt am Meer und besitzt einen mittelalterlichen Stadtkern, in dem sich ein paar ansprechende Kneipen befinden. Insgesamt würde ich das Leben hier aber eher als ruhig bezeichnen.
Die Jugendherberge selbst liegt leider weder im Stadtkern, noch am Meer, sondern eher etwas ausserhalb, in der Nähe eines Neubauviertels. Mit dem Rad, das ich hier kostenlos nutzen kann, ist aber beides in 10-15 Minuten zu erreichen. Wir hatten hier die letzten 20 Tage eigentlich durchgängig blauen Himmel und Sonnenschein und so nutze ich viele meiner freien Tage, um mit dem Rad und zu Fuß die Strände in der Nähe zu erkunden. Im Normalfall ist es auch kein Problem das Herbergsauto zu nutzen, allerdings machte ich hiervon wegen des guten Wetters erst einmal Gebrauch. Die Herberge sieht für meinen Geschmack ziemlich cool aus. Das Hauptgebäude ist aus dem 15. Jahrhundert und ich finde es toll in dem Innenhof eines so alten Gebäudes die Sonne zu genießen. Des Weiteren verfügt die Herberge noch über ein 2. Gebäude, in dem die meisten Gäste untergebracht werden und einen Garten der gleichzeitig auch Camping- und Minigolfplatz ist.
Meine Mitarbeiter bestehen aus einem 2. deutschen FSJler, Lenard, mit dem ich mir auch ein Zimmer teile. Dann gibt es natürlich noch Gwendal Guery, unseren Chef. Er ist erst 32 Jahre alt und super nett. Er ist sehr zuvorkommend und gibt sich wirklich Mühe, unseren Aufenthalt hier möglichst angenehm zu gestalten. Wir essen häufig gemeinsam zu Abend und haben dabei viele gute Gespräche. Des Weiteren gibt es noch Marcel, den Chefkoch und Yann seinen Gehilfen. Die Herberge verfügt auch über ein Restaurant für Gruppen, die einen der 3 Tagungsräume nutzen und so kochen die Beiden jeden Mittag Essen, das weit über dem von mir vermutetem Jugendherbergsniveau liegt. Für die Bereiche Ménage, petit déjeuner und service en salle sind Stéphanie, Nathalie und Anne-Marie zuständig. Vor allem Anne-Marie kümmert sich sehr gut um uns, auch außerhalb ihrer Arbeitszeit. Sie blieb länger oder kam extra abends in die Herberge um für uns typisch bretonisch zu kochen und so aß ich dank ihr meine ersten Galettes und Crêpes in Frankreich. Unser Hausmeister heißt Patrick, der nicht nur sehr hilfsbereit ist, sondern auch fast immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hat. Vor 2 Wochen ist dann noch Numa, ein neuer Mitarbeiter für die Bereiche service en salle und accueil zu uns gestoßen. Ich schätze ihn auch auf unter 30 und auch mit ihm verstand ich mich sofort gut. Da ich nur 3 Jahre Französisch in der Schule hatte, fehlen mir häufig Vokabeln und gerade in der ersten Woche musste ich sehr oft darum bitten, das gerade Gesagte noch einmal zu wiederholen. Keiner meiner Kollegen wirkte aber davon genervt, sondern erklärte es mir noch einmal mit anderen Worten. Ihr seht also, dass ich mit den Menschen, mit denen ich fast täglich in Kontakt stehe, ein wirklich gutes Los gezogen habe.
Laut Dienstvertrag habe ich hier die normale französische 35-Stunden Woche, aber bisher musste ich noch keine Woche mehr als 30 Stunden arbeiten. Pro Woche habe ich 2 Tage frei, die aber nicht wie bisher Samstag und Sonntag sind. Es ist schon seltsam, wenn man sich nicht mehr auf das Wochenende freuen kann, sondern auf einmal Montag und Dienstag oder Montag und Freitag frei hat. Wenn ich mit Gwendal rede ist es eigentlich kein Problem 2 zusammenhängende Tage freizubekommen. Das ist meiner Meinung nach angenehmer, da ich so kleine Reisen in die Umliegenden Städte erkunden kann. Er legt meinen Arbeitsplan dann sogar so, dass ich z.B. von Sonntag 12 Uhr bis Mittwoch 18 Uhr frei habe, was es mir ermöglicht, sogar 3 Nächte unterwegs zu sein. Zu meinen Aufgaben hier zählen: das Frühstück vorbereiten, Zimmer der Gäste putzen, kellnern und an der Rezeption sitzen. Was genau ich in den einzelnen Bereichen machen muss, schreib ich euch im nächsten Bericht.
Ich bin in einem normalen Herbergszimmer untergebracht, dass ich mir mit meinem Mitfreiwilligen teile. Das  Zimmer ist meiner Meinung nach ausreichend groß und verfügt dank Gwendal auch über 2 Schreibtische, TV und DVD-Player, allerdings können wir bisher noch kein französisches Fernsehprogramm schauen, da der Empfang zu schlecht ist, aber Gwendal sagte mir gestern Abend, dass er eine neue Antenne besorgt hat. Mich stört allerdings, dass wir keine eigene Dusche und Toilette haben.
Bevor ich euch noch etwas über meine persönliche Situation erzähle fahre ich erstmal zur Turnhalle, um am Volleyballtraining teilzunehmen.
So, ich bin zurück und will mal mit der Sprache anfangen. Ich hatte ja oben schon einmal erwähnt, dass ich mit einigen Sprachproblemen hier ankam. Meiner Meinung nach hat sich das aber schon stark verbessert. Alle Leute die merken, dass ich neu in Frankreich bin, nehmen Rücksicht auf mich und so habe ich doch ab und zu fast ein richtiges Gespräch. Auch Telefonanrufe kann ich mittlerweile schon beantworteten, wenn ich auch ab und zu nachfragen muss und selten sage, dass es besser sei, wenn sie noch mal zurückrufen, um den Chef zu erreichen. Aber auch das wird sich noch ändern. Dadurch dass Lenard und ich fast immer zusammen arbeiten, rede ich leider weniger Französisch, als ich mir das vorher erhofft hatte und bin mir auch sicher, dass sich die Sprache sonst noch schneller entwickelt hätte. An Gesprächen zwischen Franzosen, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen, kann ich leider noch nicht richtig teilnehmen. Die Redegeschwindigkeit und die Worte, die mir an einigen Stellen fehlen, machen es mir sehr schwer als normaler Gesprächspartner aufzutreten. Da ich aber fast jeden Tag Vokabeln lerne, wird sich das hoffentlich auch in näherer Zukunft erledigt haben.

Ich habe mich in diesem Bericht versucht an die Vorgaben zu halten, bei Interesse an „außergewöhnlichen Erlebnissen und Reiseberichten könnt ihr auch gerne auf meiner Homepage schauen: www.lennart-st-brieuc.jimdo.com Dort warten auch noch einige Fotos auf euch.

01 Okt 2008 Die letzten Tage des ersten Monats
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Ein Highlight dieser Tag war, dass ich 2 Mal unabhängig voneinander gesagt bekommen habe, dass ich schon gut Spanisch spreche. Das gibt natürlich einiges an Motivation.
Was habe ich den  Rest des Monats nun gemacht? Nun, bei dem immer noch sehr sonnigen und warmen Wetter draußen und bei „full house“ (Verwandtschaft aus Australien ist noch da) blieben eigentlich nur 2 Optionen. Erstens:  Nach Feierabend raus an den Strand, der (sehr guten) Musik der Straßenmusiker lauschen und richtig die Seele baumeln lassen und zweitens: Sich abends mit Leuten treffen.
Am 28.09. habe ich mich zum ersten Mal mit den anderen beiden FSJlern getroffen, die hier in Barcelona in der „Barcelona Voluntaria“ arbeiten. Sie sind beide vollkommen ok und ich verstehe mich gut mit ihnen.
Am nächsten Tag war mein Tandem Sprachpartner 1 an der Reihe, mit dem ich mich schonmal getroffen hab. Er war leider etwas müde, auch ich war nicht in Hochform am Abend und deshalb lief es nicht ganz so gut.
Der letzte Tag war dann ein Wermutstropfen. Zuerst verstauche ich mir beim Joggen den Fuß, dass er stark anschwillt und wohl auch noch die nächsten Tage geschwollen bleiben wird, zum anderen komme ich dadurch nicht mehr abends dazu, meine Mails anzuschauen. Hätte ich das geschafft, hätte ich gewusst, dass mein Tandem Sprachpartner Nummer 2 abgesagt hat und hätte nicht ewig am Plaza Catalunya gewartet.
Nichtsdestotrotz war es ein schöner erster Monat mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Ich kann gar nicht glauben, dass ich schon einen Monat hier bin. Hoffentlich vergehen die Nächsten nicht ganz so schnell.

26 Sep 2008 Besuch aus Australien

Wir haben wieder Besuch. Dieses Mal ist es die Schwester von meiner Vermieterin mit ihren 2 Kindern. Diese Familie hat sich anscheinend auf dem gesamten Globus verteilt ;-)

Was mit auch aufgefallen ist: Alle Familienmitglieder haben es irgendwie mit – naja wie soll man es sagen – spirituellen (?) Sachen. Der Cousin aus Potsdam hat mir schon viele Sachen erzählt über seine Ansichten bezüglich Religion und wie der Mensch leben sollte. Außerdem hat er mir etwas über Geomantie beigebracht :D . Meine Vermieterin selbst ist Vegetarierin und interessiert sich für Chakra und die Schwester die hier zu Besuch ist, schwört auf Homöopathie bzw. Bach-Blütentherapie. Ich glaube in diesem Jahr lerne ich einiges mehr als nur Spanisch. Mal sehen wo ich mich hin entwickle – die letzten 3 Tage habe ich schon kein Fleisch gegessen o.O . Was passiert mit mir?!
Jetzt sind hier 3 kleine Kinder, die schreien, kreischen und Dummheiten machen. Ach ja ist das entspannend. Da hilft nichts andres als rausgehen und flüchten. Naja ein was Positives hat das Ganze: Ich kann manchmal abends gratis mitessen.

24 Sep 2008 Probleme mit meiner Unterbringung

Ich wohne ja hier bei einer Art Gastfamilie (alleinerziehende Mutter) als Untermieter. Leider bin ich nicht ganz zufrieden hier und das hat verschiedene Gründe.  Einerseits sind das die Kosten:  Meine Vermieterin verlangt von mir jetzt nämlich zusätzlich zu der vorher vereinbarten Miete jetzt noch 30€ für Internet und Telefonanschluss möchte (obwohl der vorher vereinbarte Preis eigentlich mit „allen Kosten inklusive“ war). Diesen Monat möchte sie sogar 60€, weil etwas am Internet repariert wurde (obwohl ich nichts damit zu tun hatte, dass die Reparatur notwendig war).  Trotzdem geht das Internet jetzt nicht…schon ein wenig ärgerlich.
Außerdem komme ich hier irgendwie nicht dazu, Spanisch zu sprechen, da sie ja auch Deutsche ist.
Der wichtigste Punkt ist aber, dass das Leben mit einer alleinerziehenden Mutter plus 4 jährigem Kind manchmal nicht so angenehm ist. Man wird frühmorgens von Kinderschreien geweckt ( Die ich aufgrund meiner Arbeit im Kindergarten genug habe ;-) ), man muss auch mal Babysitten, hat aufgrund des Kindes, das immer mal unerwartet ins Zimmer schneit, weniger Privatsphäre. Natürlich gibt es auch unangenehme Sachen, wenn man beispielsweise in einer WG wohnt, aber trotzdem stelle ich mir das Leben in einer solchen aufregender vor.
Ich werde mich wohl mal auf die Suche nach einer WG machen und schauen was ich so finde. Allerdings ist es keinesfalls so, dass ich unbedingt weg muss. Ich werde sehen, wie sich alles entwickelt.

23 Sep 2008 Woche 3 – Mercé, Regen und Krankheit…
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Die dritte Woche war etwas durchwachsen, obwohl sie eigentlich „unter guten Sternen stand“. Vom 19.09 – 24.09 fand hier nämlich das Merce statt. Zu diesem Fest in Barcelona gibt es Live Musik an vielen Plätzen in der Stadt, Feuerwerk, Shows und vieles mehr. Da alles außerdem gratis ist, war das eigentlich eine gute Möglichkeit, sich zu amüsieren. Aber es war, wie gesagt, eher ein durchwachsenes Fest für mich.
Zuerst aber etwas positives: Ich habe über das Internet 2 Tandem Sprachpartner kennen gelernt. Einen habe ich schon getroffen und der war voll ok. Haben uns gut verstanden und werden uns wohl öfter treffen. Der andere Tandem Kontakt hat sich eben erst bei mir gemeldet, aber auch da hoffe ich, dass wir uns bald treffen und wir uns gut verstehen.

Nun aber zu den eher unguten Sachen, die es zu berichten gibt. Das Mercé ist so ziemlich ins Wasser gefallen, es gab Regen und es war bedeckt. Schon am zweiten Tag habe ich die Sonne vermisst…wie schnell man sich doch umgewöhnt! ;-) Allerdings war am 4 Tag auch schon wieder die Sonne zu sehen, also war ich nicht allzu lange „auf Entzug“.
Eine weitere unerfreuliche Sache war dann auch, dass ich praktisch das gesamte Wochenende über krank war. Habe mir, wie ungefähr 50% Kinder und 100% (!) der Erzieher und Freiwilligen einen Virus gefangen, der mich außer Gefecht gesetzt hat. Hab den ganzen Samstagabend nur gebrochen, da war natürlich nicht ans weggehen zu denken…und das genau am Wochenende, wo die besten Konzerte etc. stattfanden. War schon ein wenig ärgerlich.
Kontakte hab ich leider auch noch nicht wirklich knüpfen können. Hab zwar am ersten Tag des Mercé einige Jugendliche von hier kennen gelernt, aber für längerfristige Kontakte hat es leider nicht gereicht. Sie waren bald dermaßen betrunken, dass man nicht mehr mit ihnen reden konnte. Bin dann irgendwann abends gegen um 3 Uhr gegangen. Mittlerweile ärgere ich mich ein wenig, dass ich nicht wenigstens nach irgendwelchen Möglichkeiten gefragt habe, mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

15 Sep 2008 Nach 2 Wochen Eingewöhnung…

Mittlerweile sind schon 2 Wochen vergangen, seit ich angekommen bin.  Die Zeit ist wirklich wie im Flug vergangen.
Die Tage sind total stressfrei! Ich stehe immer so gegen 7-8Uhr auf, frühstücke (meist Cornflakes) und fahre zur Arbeit, welche im Übrigen wirklich nicht anstrengend ist. Dort gibt es gegen 11.30 gutes Mittagessen,  was dann auch eine Weile satt hält. Nach Feierabend um 14 Uhr geht es meistens ab an den Strand. Auch einige Teile der Stadt habe ich nach der Arbeit schon mit dem Fahrrad erkundet.
Ein Highlight war sicherlich auch der Ausflug nach Montserrat meiner Vermieterin,  bei dem ich dabei sein durfte. Da Ihr Cousin zu Besuch war und er uns die Reise praktisch spendierte, hat es gleich doppelt Spaß gemacht. Auch sonst war er total gut drauf und hat viel gute Laune hier verbreitet.
Eigentlich läuft alles perfekt hier. Nur mit 2 Sachen bin ich noch nicht zufrieden.  Erstens mit der Sprache, da  mache ich wenig bis keine Fortschritte. Im Kindergarten wird doch viel Deutsch gesprochen und ebenso wenig Zwang  zum Spanisch Sprechen gibt es zuhause, weil auch dort Deutsch gesprochen wird. Das 2. Problem ist, dass ich noch sehr wenig Leute kennen gelernt habe. Beide Probleme hängen sicherlich damit zusammen, dass ich abends bis jetzt noch nicht alleine abends weg war. Aber bei einem täglichen Budget von 5-6€ und einem Eintrittspreis in den Diskos von 12€+ ist das auch kein Wunder. Außerdem bin ich auch nicht der Mensch, der viel Party braucht. Aber da muss sich etwas ändern.
Was kann ich also machen?  Ich brauche erstens einen 2. Job, damit ich mir solche Abende finanzieren kann. Etwas Kleines habe ich schon in Aussicht:  Eine Familie aus dem Kindergarten benötigt zusätzliche Betreuung ihrer Kinder, bevor der Kindergarten aufmacht. Wenn ich eher aufstehe, könnte ich mir so etwas dazuverdienen. Was aber vielleicht besser wäre, ist sich einen Kellner Job zu suchen. Dabei muss ich ja automatisch auch etwas sprechen, was auch ein Ziel von mir ist. Mit dem Geld könnte ich mir vielleicht auch die Mitgliedschaft in einem Sportverein o.ä. finanzieren. Dort kann man ja auch viele Kontakte knüpfen. Außerdem werde ich mal nach Tandem Spachpartnern suchen.
Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden hier – von Heimweh keine Spur.