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01 Feb 2009 Monat 4 und 5
 |  Category: BCN-Kinder (Barcelona), Berichte  | Tags: ,  | Leave a Comment

Jetzt ist es mittlerweile ein halbes Jahr, dass ich hier in Barcelona lebe und arbeite. Da sich ein gewisser Rhythmus und Alltag eingestellt hat, wird es immer schwerer einen Bericht zu füllen. Aber da es ganze 2 Monate sind, über die ich schreibe, wird sich schon genug Stoff finden.
Im Dezember noch kam eine neue Kollegin in meine Gruppe. Sie hat eine Sustituta (Aushilfe) abgelöst und wird längerfristig die schwangere Erzieherin ersetzen. Auch die andere Sustituta musste gehen und wurde durch Erzieher und Praktikanten der anderen Gruppen ersetzt.  Dies wird so lange fortgesetzt, bis Die Erzieherin, die sich den Fuß gebrochen hat, wieder arbeiten kann. Eigentlich hätte dies schon Mitte Dezember sein sollen, aber es gab immer wieder Verzögerungen und Komplikationen (wahrscheinlich auch Fehler der operierenden Ärzte), die dazu geführt haben, dass sich der Wiedereintritt weiterhin verzögert hat. Der aktuelle Termin, an dem sie wieder arbeiten soll ist diesen Montag (Anfang Februar).Die Kinder haben diese vielen Wechsel  sehr gut verkraftet, wenn man bedenkt wie oft jetzt schon die Betreuer gewechselt haben. Seit Beginn bin ich der einzige, der konstant in der Gruppe betreut hat. Aber auch das soll sich ändern, dazu später mehr.
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass die Arbeit weiterhin Spaß macht, auch mit der neuen Kollegin.  Sie ist sehr locker und kümmert sich intensiv um unseren kleinen „Problemfall“, ein Kind das noch nicht spricht, viel haut und schreit. Wir verstehen uns sehr gut und sie hat auch Verständnis, wenn man mal einen Tag aufgrund erhöhter Nachtaktivität nicht so fit auf Arbeit ist.
Das waren aber nicht die einzigen Veränderungen auf Arbeit. Unsere beiden Praktikanten werden uns leider Ender dieses Monats verlassen und nach Deutschland zurückkehren. Das ist einerseits schade, weil ich mich mit ihnen gut verstanden habe und man sich auch mal gegenseitig aushelfen konnte (bezüglich Arbeitszeiten usw.), andererseits bedeutet es wahrscheinlich mehr Arbeit für mich, bis neue Praktikanten gefunden werden. Zur Verabschiedung gab es einen Tage eine Kostümparty  im Kinderladen, mit Kuchen und Video und alles was das Kinderherz begehrt. Die beiden Praktikantinnen haben noch ein paar kleine Geschenke bekommen und wurden wirklich herzlich verabschiedet.
Die Praktikanten sind nicht die einzigen die gehen werden bzw. schon gegangen sind. In meiner Gruppe ist ein Mädchen über den Jahreswechsel in Österreich geblieben, da es familiäre Probleme gab und ein Junge hat uns in Richtung Deutschland verlassen. Es werden sogar noch eins oder sogar zwei andere folgen. Es ist schon schade und ein bisschen traurig anzusehen, wenn die Kleinen gehen. Man sie in der Zeit doch ziemlich lieb gewonnen und gesehen was sie für Lernfortschritte gemacht haben durch unsere Arbeit. Aber naja man kann es ja nicht ändern.
Wie schon angedeutet werden sich meine Arbeitszeiten demnächst ändern. Februar werde ich wohl noch in meiner Gruppe bleiben können, jedoch evtl. eine Stunde länger arbeiten. Ab März werde ich die Gruppe wechseln müssen und verstärkt nachmittags und abends arbeiten müssen. Ich habe das erst einmal akzeptiert aber gleichzeitig gebeten, dass, sobald neue Praktikanten da sind etc. ich wieder in die Vormittagsgruppe wechseln kann. Wenn es dann wärmer wird ist es einfach schöner, wenn man nach der Arbeit nochmal an den Strand gehen kann. Aber für das Frühjahr werde ich die neuen Arbeitszeiten schon überleben.
Das letzte was noch zu meiner Arbeit zu sagen wäre ist, dass es im Januar ein nachträgliches gemeinsames Abendessen für alle Erzieher gab, welches uns zu Weihnachten von den Eltern des Kinderladens geschenkt wurde. Es hat wieder viel Spaß gemacht und das sowieso schon gute Arbeitsklima bestätigt.
Über die Jahreswende war ich in Deutschland und habe mit Familie und Freunden ausgiebig Weihnachten und meinen Geburtstag gefeiert. Es war schon ein schönes Gefühl alle mal wieder zu sehen und mal wieder in der Heimat zu sein. Der Abschied war zwar nicht leicht, aber dennoch nicht so schwierig wie ich es mir vorgestellt habe. Ich denke es liegt daran, dass es hier gerade sehr viel Spaß macht zu leben und zu arbeiten und ich mich wohl fühle.
In unsere Wohnung ist ein Argentinier eingezogen,  der viel gute Stimmung verbreitet und durch den wir viele nette Leute (alles Argentinier) kennengelernt haben. Einer hat sich hier praktisch eingenistet und lebt hier mit uns, kocht oft etc. Die Atmosphäre ist super, wir gehen oft zusammen weg und haben viel Spaß.
Demzufolge kann ich an der Stelle nochmals sagen, dass ich überaus froh bin, umgezogen zu sein. Die Wohnung ist ein Chaos: Der Dusche fehlt der Duschkopf, im Bad geht manchmal das Licht nicht und letztens ist das Glas der Tür zum Wohnzimmer zu Bruch gegangen, aber das alles macht nichts, denn die Leute und die Stimmung entschädigen für alles.
Durch den Kontakt mit vielen Argentiniern, hab ich mich auch ziemlich viel verbessert, was die Sprache angeht. Anfangs hab ich unseren Argentinier fast nie verstanden und jetzt verstehe ich so um die 90%. Jedenfalls muss ich viel weniger nachfragen und kann mich gut verständigen. Sprechen ist aber nachwievor sehr schwer und von flüssigem akzentfreiem Sprechen bin ich leider noch meilenweit entfernt.
In meiner Freizeit spiele ich seit neustem Gitarre. Ich habe mir hier eine gebrauchte Gitarre gekauft und angefangen, spielen zu lernen. So kann ich bereits den Kindern im Kinderladen einfache Lieder vorspielen. Ich mache gute Fortschritte und denke ich hab  so eine gute Freizeitbeschäftigung gefunden.
Das war auch schon wieder alles, was es zu berichten gibt. Die Zeit in Barcelona vergeht schneller als an anderen Orten , das bestätigen auch andere Leute mit denen ich hier geredet habe. Schäunt irgendein übernatürlichen Phänomen zu sein. Nun sind es  schon 5 Monate und ich wünschte es wären erst 2 oder 3.