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06 Okt 2008 Zweiter erster Monatsbericht ;-)

Es ist nun bereits ein ganzer Monat vergangen, seitdem ich mein FSJ in der Auberge de Jeunesse de Saintes begonnen habe. Wenn ich auf das bisher Erlebte und auf die Erfahrungen, die ich waehrend dieses einen Monats gemacht habe, zurueckblicke, kann ich resuemieren, dass ich einen sehr guten Start hier in Saintes hatte!
Um Euch detaillierte Einblicke in meine erste Zeit hier in der Auberge de Jeunesse zu geben, fange ich am besten von vorne an:
Am 31.08.08 bin ich frueh morgens mit dem Zug aufgebrochen und bin, nachdem ich in Paris um ein Haar den Anschlusszug verpasst haette, in Saintes angekommen. Es waere besser zu sagen, „wir“ sind angekommen, weil ich im Anschlusszug meinen deutschen Kollegen Jules getroffen habe. Wir sind dann gegen 18 Uhr in Saintes angekommen und wurden dort von unserer Vorgesetzten Alice abgeholt. In der Auberge angekommen, gab es fuer uns erstmal etwas zu essen und wir wurden dem Direktor vorgestellt. Anschliessend wurde uns unsere Bleibe fuer die naechsten 12 Monate gezeigt. Wir sind in einem kleinen Zimmer in einem Seitenfluegel der Jugendherberge unterbracht. Dort haben wir TV, Internetanschluss und ein kleines Bad mit Dusche und WC zu unserer Verfuegung.
Am naechsten Tag musste ich direkt um 7 Uhr zum Arbeiten antreten, Jules hat sein FSJ mit zwei Repos-Tagen begonnen. Ich kuemmerte mich den ganzen Vormittag gemeinam mit dem Chef und Gilles, einem anderen Mitarbeiter, um das Fruehstueck und um die Arbeiten, die in der Kueche zu verrichten waren, sprich Abwasch, kochen und putzen. Ausserdem machte ich die Bekannschaft der beiden Reinigungskraefte Estelle und Céline.
Nachtmittags haben Jules und ich die erste Entdeckungstour in unserer neuen Heimat gestartet. Saintes ist ein nettes kleines Staedtchen mit kleinen, verwinkelten Gassen und vielen Gebaeuden aus gallo-romanischer Zeit. Es gibt mehrere grosse Kirchen, einen Triumphbogen und ein Amphitheater, die viele Touristen anlocken. Trotzdem ist Saintes eine kleine Stadt, die fuer Jugendliche nicht besonders viel bietet, eine typische franzoesische Kleinstadt halt.
Den Rest der Woche verbrachte ich an der Rezeption und Alice brachte mir quasi alles bei, was man als Rezeptionist koennen muss: Die Bedienung des Reservierungsprogramms, den Umgang mit der Kasse, die Registrierung der Post, das Ein- und Auschecken von Gaesten, das Erstellen des Putzplans  und – ganz wichtig – den Umgang mit den Statistiken. Man muss hier sehr genau die verkauften Mahlzeiten und Fruehstuecke protokollieren, weil die FUAJ, der Dachverband der Jugendherbergen in Frankreich, aus irgendeinem, fuer mich sehr unverstaendlichen Grund, genaue Statistiken darueber verlangt. Ich dachte bisher, dass Deutschland in Sachen Buerokratie einen absoluten Spitzenplatz einnimmt, Frankreich steht uns da aber anscheinend in nichts nach.
Generell ist die Aufteilung waehrend des ersten Monats so gewesen, dass ich ich an der Rezeption arbeiten musste und Jules fuer die Kueche zustaendig war.
Die Arbeit laeuft schon sehr gut und wir koennen beide in unseren Zustaendigkeitsbereichen viel Verantwortung uebernehmen und auch mit der Sprache kommen wir gut klar.
Abseits der Arbeit haben wir uns auch gut eingelebt. Wir machen viel Sport gemeinsam und haben ueber unseren jungen Kollegen Benoit schon einige Leute kennengelernt, mit denen wir uns regelmaessig abends treffen.
Auch mit Jonas, der ja im ca. 20 Minuten entfernten Cognac beschaeftigt ist, haben wir uns schon des oefteren getroffen und uns ueber unsere Erfahrungen ausgetauscht.
Die Region um Saintes, die Poitou-Charentes, haben wir schon ein wenig erkundet. Wir waren in Royan am Atlantik, in Niort und Angoulême, beides Hauptstaedte der benachbarten Départements.
Wir haben uns direkt zu Beginn des Dienstes die Carte 12-25 der SNCF besorgt, die uns ermoeglicht, recht guenstig mit der Bahn zu reisen. Damit bekommen wir immer zwischen 25 und 60 Prozent Nachlass auf den Normalpreis.
Ansonsten ist unser Alltag hier recht gemuetlich, die 30 Wochenarbeitsstunden sind nicht allzu anstrengend und uns bleibt genug Zeit, die wir miteinander verbringen koennen.
Abends kochen wir meistens gemeisam, weil nicht immer etwas fuer uns ueber bleibt bzw. es nur selten mehrere Mittag- oder Abendessen gibt.
Ein Aspekt, den ich hier waehrend des ersten Monats sehr zu schaetzen gelernt habe, ist die Struktur des Klientels der Auberge. Wir haben hier bestimmt 10 Gaeste, die sehr regelmaessig, meist 2-3 Wochen pro Monat hier verbringen, weil sie in Saintes arbeiten oder eine Ausbildung machen. Darunter sind auch viele junge Leute, mit denen wir abends auch abundzu ein wenig plaudern. Ausserdem kommen Menschen vieler unterschiedlicher Nationalitaeten hier zusammen. Spanier kommen haeufig, Briten waren auch schon viele hier und auch einige Deutsche haben wir schon beherbergt. Innerhalb des Personals greifen wir uns immer gegenseitig unter die Arme, wenn es sprachliche Probleme gibt. Alice kuemmert sich immer um die Briten, weil sie Halb-Englaenderin ist, und wir springen ein, wenn es gilt, Deutsche einzuchecken.
Letzte Woche hat sich etwas besonders Kurioses ereignet. Jules und ich waren abends auf unserem Zimmer, da wir nicht arbeiten mussten, und aufeinmal kommt Benoit zu uns hoch und bittet uns, ihm zu helfen, eine Gruppe von Deutschen einzuchecken. Wir sind natuerlich sofort runtergegangen und haben ihnen alles erklaert und gezeigt. Einer von ihnen kam mir sehr bekannt vor, aber ich habe diesen Gedanken sofort als unrealistisch verworfen. Spaeter am Abend sassen wir ein wenig mit ihnen zusammen und es stellte sich heraus, dass einige von ihnen in Marburg, also dort wo ich wohne, studieren! Es war sehr kurios, im kleinen Saintes mit anderen Marburgern ueber das Marburger Nachtleben zu diskutieren.

Insgesamt ist es uns hier bisher sehr gut ergangen. Die Arbeit macht (meistens) Spass und ist gut zu bewaeltigen, kleine sprachliche Probleme lassen sich meist leicht aus der Welt schaffen. Mit unseren Kollegen kommen wir sehr gut klar und auch zum Chef haben wir ein gutes Verhaeltnis.
Auch unsere gesellschaftliche Integration schreitet voran und oeffnet uns viele neue Moeglichkeiten hier in Saintes.
Fuer den kommenden Monat haben wir schon einige Plaene. Wir wollen einen deutschen Stammtisch hier besuchen, der sich monatlich hier trifft, initiiert von der Staedtepartnerschaft mit Xanten in Deutschland. Ausserdem wollen wir uns mal nach Sportvereinen umsehen und wir haben einige Plaene zur Erkundung der umliegenden Gegend. Das hoffentlich anhaltende gute Wetter eroeffnet uns die Moeglichkeit, die umliegenden Orte mit dem Fahrrad zu erkunden. (Achja; das hatte ich vergessen zu erwaehnen: Der Chef hat extra fuer uns beide Fahrraeder angeschafft!)

Also, wir Ihr seht geht uns sehr gut hier! Ich hoffe, Euch geht es allen auch soweit gut und ich verbleibe mit den herzlichsten Gruessen, bis zum naechsten Bericht!

von David

06 Okt 2008 Monatsbericht September Saintes
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Saintes, 02.10.08

Nun ist es also soweit, der erste Monat hier in der Jugendherberge in Saintes ist vergangen und ich tippe den ersten von sechs Berichten, die ich über diese Zeit verfassen werde.
Vor gut vier Wochen bin ich hier in Saintes in der Auberge de Jeunesse zusammen mit David, „dem anderen Freiwilligen“, angekommen. Inzwischen könnte ich auch schreiben mit meinem dicken Freund, aber das könnte bei Lesern, denen die Sachlage vorher nicht bekannt ist, zu Missverständnissen führen. Wie dem auch sei, wir zwei teilen uns ein Zimmer, werden das auch noch für circa elf Monate tun und verstehen uns glücklicherweise prächtig!
Unser Zimmer, wo ich schon dabei bin, ist geschätzte 16 bis 18 m² gross, plus 5 m² Badezimmer, und beinhaltet zwei Betten, zwei Nachttischchen, zwei Computertische, zwei Hocker und zwei porte manteaus, also Garderobenhaken. Ausserdem gibt es eine Mehrfachsteckdose und einen Papierkorb, einen Heizkörper, zwei Leselampen und eine Deckenlampe. Das hört sich vielleicht alles sehr karg an, aber wir haben so viele Klamotten und genug Zeugs, um alles vollzustellen und mit Hilfe einiger Fotos doch relativ wohnlich zu gestalten. Das ist wichtig, denn wenn wir grade mal nicht arbeiten, was ungefähr die Hälfte der Zeit ist, sitzen wir oft in unserer Butze und lesen oder geniessen den für uns kostenlosen W-LAN Internetzugang.
Doch natürlich arbeiten wir auch für unser Taschengeld, zwar nicht wirklich hart, aber dafür 30 Stunden die Woche und somit mehr als 80 % der üblichen Angestellten. In diesen Arbeitsalltag möchte ich in diesem Bericht einen genauen Einblick geben, bzw. versuchen, einen „typischen“ Tag für mich zu schildern.
Mein Reich in der Herberge ist die Küche, und da die meisten Gäste ein Frühstück wünschen, beginnt mein Tag in der Regel relativ früh. Um 6.30 Uhr klingelt also mein nerviger Handywecker (nervig weil mein cooles Realtone-Handy vor einer Woche den Geist aufgegeben hat und mich nicht mehr die Beginner hammerhart wecken) und ich verfluche den Tag an dem die Menschheit beschloss, dass morgens arbeiten am effektivsten ist und man dementsprechend früh aufstehen muss. Mit einem letzten sehnsüchtigen Blick auf mein Bett und den seelig schlummernden Kollegen verlasse ich das Zimmer und beginne um 6.45 Uhr meinen Arbeitstag. Ich mache im Büro die Computer an, schaue nach, wie viele petit dejs mich erwarten und schlurfe in die Küche.
Dort drehe ich als erstes den Gashahn auf, bevor ich die Herdplatten mit meinem (das aus der Küche geht nämlich nur bei einem von zehn Malen) Feuerzeug anmache und in zwei grossen Töpfen Milch und Kaffee warm mache bzw. Wasser koche, um den Nestlé Instant-Kaffee aufzugiessen. Nebenbei schneide ich Baguette und stelle Butter, kalte Milch und Saft in den self, wo sich die Gäste dann bedienen. Am vorherigen Abend werden in der Regel schon Kakaopulver, Tee, Marmeladen, Zucker, biscottes, so Zwiebackdinger, und die bols, in denen hier Stilecht die warmen Getränke serviert werden, bereitgestellt, sodass meine Hauptaufgabe darin liegt, aufzupassen dass die Milch nicht überkocht und zu hoffen, dass das Baguette pünktlich geliefert wird.
Zwischen 7.15 Uhr und 9.15 Uhr sollte ich dann ein Auge darauf haben, den Leuten ihr warmen Getränke auszuschenken und zwischendurch das dreckige Geschirr aus der Tablettrückgabe zu nehmen und entweder in der plonge, der grossen Spülmaschine, zu spülen oder zu stapeln, um es später per Hand abzuwaschen. Wenn allerdings der Tagesplan ein dejeuner oder diner für eine ganze Gruppe vorsieht, beschränke ich meine Tätigkeiten nicht nur darauf, sondern fange nebenbei mit dem Chef schon an zu kochen, der so gegen 7.45 Uhr mit einem verpennten „Salut!“ in die Küche gekommen ist und als erstes einen Kaffe trinkt.
Das Kochen beginnt dann meist mit graisse, Bratenfett, und Geflügel oder anderem Fleisch in der Pfanne und läuft langsam nebenbei, weil hier so gut wie nie aufgetaut wird, sondern lieber alles ganz vorsichtig und auf kleiner Flamme, im wahrsten Sinne des Wortes, angebraten wird. Irgendwann kommen dann Zwiebeln und Knoblauch oder Champignons in die Pfanne, die escalopes oder entrecôtes machen draussen eine Pause und werden, wenn sie sich wieder zu ihrer Deko gesellt haben, mit einem aus leckerem Sossenpulver und Wasser zusammenngerührten Fonds übergossen und zu Ende geköchelt. Nebenbei darf ich dann oftmals schon Gurken, Karotten, Kartoffeln, Cornichons, Tomaten, hartgekochte Eier oder Blumenkohl in wirklich ganz feine Stückchen oder Scheibchen schneiden, „mais fait attention avec tes doigts!“, und im Ofen garen oder mit Mayo und Mais, Thunfisch oder anderem vorher geschnittenen Gemüse zu einem Salat vermischen. Dann ist meistens auch der letzte Gast mit seinem Frühstück fertig, und ich darf Tische und Stühle abwischen, den Saal ausfegen und dann noch Boden und self wischen, bevor ich gegebenenfalls auch noch spüle. Yeah! Knecht! Sklave! FSJler!
Aber halt auch noch cuistot und möglicherweise nach einem Jahr in der Küche sogar cordon bleu, was mich dazu befähigt, nach dem Wischkram die entrées, fromages und desserts anzurichten, bzw. und um es mit Holgers Worten zu sagen, „hinzurichten“! Diese Aufgaben lohnt es sich nicht zu schildern, denn wen interessiert schon, dass auf jeden Käseteller ein Stück Camembert und ein Stück andere Käse gehören, auf jeden Vorspeiseteller ein oder zwei Blätter grüner Salat und eine Portion des vorbereiteten Mayo-Salats mit Garnitur, wie z.B. eine Olive und ein viertel Ei, die Nachtische meist aus dem Kühlregal im Supermarkt sind und ich das alles auf grilles stelle und in die Kühlschränke im self räume? Wohl niemanden.
Ist das alles geschehen und ist es nicht von Nöten, für den nächsten Tag schon vorzukochen -denn da ist mein Chef der König drin, „économiser du temps“ ist sein Lieblingssatz – darf ich gehen, ach nein, „tu passes un coup d’éponge par la et par la et comme ça, tout serait fait et, ouais, bien sur, après,  tu peut t’en aller!“, ich sollte besser noch alles spülen und über alle Oberflächen mit dem Schwamm drübergehen, sowie mit dem Handtuch hinterher trocken wischen, denn das Wasser ist hier extrem kalkhaltig und hinterlässt sonst überall Rückstände! Merkt euch das Kinder: Kalkwasser hinterlässt Spuren! Und schmeckt komisch in Verbindung mit Magnesium-Tabletten, das nur am Rande.
Meine Ironie sei entschuldigt, aber so viele coups d’éponge wie ich hier schon gemacht habe werden andere in ihrem Leben nicht tun, und ausserdem erklärt der wirklich nette Chef mir und auch David manchmal Sachen, die man als Zehnjähriger weiss und auch von zu Hause schon kennt.
However, mein Tag ist dann meist gegen Mittag vorüber, es sei denn ich muss beim servieren des dejeuner oder diner helfen und hinterher –haha- abwaschen.
An anderen Tagen ist allerdings so wenig zu tun, dass ich gar nicht kochen muss, sondern nur dass Frühstück überwache, spüle, den Saal saubermache und dann gehen kann oder, und das ist eigentlich manchmal sogar besser, vom Kollegen „Mr. Bricolage“ Gilles, dem agent d’entretien Polyvalent in die Geheimnisse des Hausmeistertums eingeweiht werde. So habe ich inzwischen schon ein bisschen plomberie (Wasserhahn repariert), electricité (Staubsauger auseinander genommen), jardinerie (Unkraut jäten und Laub fegen) erlebt und war sous sol, um unterirdisch ein Kabel von einem Gebäude ins nächste zu legen. Diese Arbeiten sind richtig gut, bringen mal ein bisschen Abwechslung rein, und Gilles ist ein superlustiger Typ, nur am Sprüche reissen den ganzen Tag, hat mir sofort das Du angeboten und hat echt alles drauf, wenn es um reparieren oder so geht.
So viel zu meinem Arbeitsleben hier, die Freizeitgestaltung ist da schon schwieriger.
Der Fussballverein hatte nur zwei äusserst ambitionierte und somit spasslose Mannschaften zu bieten, der Tischtennisverein hat keine Trainingszeiten aushängen und geht nicht ans Telefon und die charentais Jugendlichen scheinen nicht zu existieren, bzw. nicht in sympathisch wirkenden Ausgaben.
So chillen wir viel am PC, laufen durch die kleine Fussgängerzone und suchen das geheime Level mit dem versteckten H&M, kaufen bei Leclerc Süssigkeiten und reden Müll.
Allerdings versuchen wir auch, so oft wie möglich wegzufahren, sodass ich mit David schon in Royan am Meer, in Angoulême und in Niort war und dort jeweils einen schönen Tag mit shoppen, fotografieren und essen verbracht habe.
Ich alleine war schon ein Wochenende bei Fritz, auch ein SFD-Kollege, in La Rochelle, ohne dass wir uns vorher kannten. Die zwei Tage waren sehr schön, wir haben uns sofort gut verstanden, ich konnte kostenlos in der Jugendherberge nächtigen und werde sicherlich noch öfter dort sein; ausserdem habe ich schon Besuch von einer Freundin bekommen, mit der ich ebenfalls in Royan war. Allerdings war das Wetter besser als bei ersten Mal mit David, sodass wir Ende September noch im Atlantik baden und in der Sonne liegen konnten.
Bislang kann ich also sehr zufrieden und glücklich mit meinem Aufenthalt hier sein, alles geht seinen Gang, der Kollege Benoit hat uns gleich in seinen Freundeskreis aufgenommen und die Sprache wird auch schon besser. Ich bin sehr froh darüber, dass Daviiide mit hier ist, denn alleine oder mit einem nicht so sympathischen Kollegen wäre der Anfang sicher richtig hart gewesen. So konnten wir uns gegenseitig aufbauen, und inzwischen geht es mir blendend, ich fühle mich wohl hier und freue mich über meine Entscheidung und die Möglichkeit, ein Jahr in Frankreich zu verbringen! Herzliche Grüsse aus Saintes und à bientôt!

06 Okt 2008 Der zweite Monat hat begonnen (05.10)
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Der zweite Monat hat begonnen. Es sind erst wenige Tage vergangen, aber es fällt mir schon schwer mich 3-4 Tage zurück zu erinnern, was denn überhaupt passiert ist :-D
Es ist ein kleines bisschen kühler geworden. In der Sonne, die weiterhin fast ununterbrochen scheint, ist es noch sehr warm, aber im Schatten und gegen Abend wird es doch etwas frischer, sodass ein T-Shirt allein nicht mehr reicht.
Neben dem Strand war ich in letzter Zeit häufig in einem Park um die Ecke und habe dort etwas gelesen. Habe dort auch einige Leute Basketball und Fußball spielen sehen. Wenn ich bei der Suche nach einem Schwimmverein nicht bald erfolgreich bin, dann könnte ich mich da vielleicht auch mal anbieten und mitspielen.
Auch schön ist, dass ich im Parc de la Ciutadella, wo wir jeden Mittwoch und Freitag mit unserer Kindergartengruppe hingehen, vielleicht eine nette Gesprächspartnerin gefunden habe. Sie studiert hier und als Nebenjob arbeitet sie in der Ludoteka, praktisch ein von der Stadt bezahlter betreuter Spielplatz, den wir mit dem Kindergarten eben auch nutzen.
Es gab auch Stress mit meiner Vermieterin. Ich habe etwas von „ihrem“ Müsli genommen (eigentlich stammte es aus der Zeit, als ihre Schwester da war) und daraufhin meinte sie ich müsse, wenn ich etwas nehme, es auch nachkaufen. Das ist für mich ja auch ganz selbstverständlich! Aber anscheinend fallen ihr die kleinen Sachen, die Ich ihr gebe, gar nicht auf. Für mich zählen da auch Sachen wie auf den Kleinen aufpassen dazu, wofür sie sich sonst einen teuren Babysitter anschaffen müsste. Außerdem hat sie mir gesagt, dass für die Wintermonate mehr Miete für mich anfällt, da es mehr Heizkosten gebe. So langsam reicht es mir, das sind alles Kosten, die vorher nicht vereinbart wurden. Habe im Internet eine Anzeige für eine Wohngemeinschaft mit 4 Spaniern gesehen und werde mir die Wohnung morgen ansehen. Wenn mir dort alles zusagt, bin ich nächsten Monat weg.

01 Okt 2008 Die letzten Tage des ersten Monats
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Ein Highlight dieser Tag war, dass ich 2 Mal unabhängig voneinander gesagt bekommen habe, dass ich schon gut Spanisch spreche. Das gibt natürlich einiges an Motivation.
Was habe ich den  Rest des Monats nun gemacht? Nun, bei dem immer noch sehr sonnigen und warmen Wetter draußen und bei „full house“ (Verwandtschaft aus Australien ist noch da) blieben eigentlich nur 2 Optionen. Erstens:  Nach Feierabend raus an den Strand, der (sehr guten) Musik der Straßenmusiker lauschen und richtig die Seele baumeln lassen und zweitens: Sich abends mit Leuten treffen.
Am 28.09. habe ich mich zum ersten Mal mit den anderen beiden FSJlern getroffen, die hier in Barcelona in der „Barcelona Voluntaria“ arbeiten. Sie sind beide vollkommen ok und ich verstehe mich gut mit ihnen.
Am nächsten Tag war mein Tandem Sprachpartner 1 an der Reihe, mit dem ich mich schonmal getroffen hab. Er war leider etwas müde, auch ich war nicht in Hochform am Abend und deshalb lief es nicht ganz so gut.
Der letzte Tag war dann ein Wermutstropfen. Zuerst verstauche ich mir beim Joggen den Fuß, dass er stark anschwillt und wohl auch noch die nächsten Tage geschwollen bleiben wird, zum anderen komme ich dadurch nicht mehr abends dazu, meine Mails anzuschauen. Hätte ich das geschafft, hätte ich gewusst, dass mein Tandem Sprachpartner Nummer 2 abgesagt hat und hätte nicht ewig am Plaza Catalunya gewartet.
Nichtsdestotrotz war es ein schöner erster Monat mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen. Ich kann gar nicht glauben, dass ich schon einen Monat hier bin. Hoffentlich vergehen die Nächsten nicht ganz so schnell.

26 Sep 2008 Besuch aus Australien

Wir haben wieder Besuch. Dieses Mal ist es die Schwester von meiner Vermieterin mit ihren 2 Kindern. Diese Familie hat sich anscheinend auf dem gesamten Globus verteilt ;-)

Was mit auch aufgefallen ist: Alle Familienmitglieder haben es irgendwie mit – naja wie soll man es sagen – spirituellen (?) Sachen. Der Cousin aus Potsdam hat mir schon viele Sachen erzählt über seine Ansichten bezüglich Religion und wie der Mensch leben sollte. Außerdem hat er mir etwas über Geomantie beigebracht :D . Meine Vermieterin selbst ist Vegetarierin und interessiert sich für Chakra und die Schwester die hier zu Besuch ist, schwört auf Homöopathie bzw. Bach-Blütentherapie. Ich glaube in diesem Jahr lerne ich einiges mehr als nur Spanisch. Mal sehen wo ich mich hin entwickle – die letzten 3 Tage habe ich schon kein Fleisch gegessen o.O . Was passiert mit mir?!
Jetzt sind hier 3 kleine Kinder, die schreien, kreischen und Dummheiten machen. Ach ja ist das entspannend. Da hilft nichts andres als rausgehen und flüchten. Naja ein was Positives hat das Ganze: Ich kann manchmal abends gratis mitessen.

24 Sep 2008 Probleme mit meiner Unterbringung

Ich wohne ja hier bei einer Art Gastfamilie (alleinerziehende Mutter) als Untermieter. Leider bin ich nicht ganz zufrieden hier und das hat verschiedene Gründe.  Einerseits sind das die Kosten:  Meine Vermieterin verlangt von mir jetzt nämlich zusätzlich zu der vorher vereinbarten Miete jetzt noch 30€ für Internet und Telefonanschluss möchte (obwohl der vorher vereinbarte Preis eigentlich mit „allen Kosten inklusive“ war). Diesen Monat möchte sie sogar 60€, weil etwas am Internet repariert wurde (obwohl ich nichts damit zu tun hatte, dass die Reparatur notwendig war).  Trotzdem geht das Internet jetzt nicht…schon ein wenig ärgerlich.
Außerdem komme ich hier irgendwie nicht dazu, Spanisch zu sprechen, da sie ja auch Deutsche ist.
Der wichtigste Punkt ist aber, dass das Leben mit einer alleinerziehenden Mutter plus 4 jährigem Kind manchmal nicht so angenehm ist. Man wird frühmorgens von Kinderschreien geweckt ( Die ich aufgrund meiner Arbeit im Kindergarten genug habe ;-) ), man muss auch mal Babysitten, hat aufgrund des Kindes, das immer mal unerwartet ins Zimmer schneit, weniger Privatsphäre. Natürlich gibt es auch unangenehme Sachen, wenn man beispielsweise in einer WG wohnt, aber trotzdem stelle ich mir das Leben in einer solchen aufregender vor.
Ich werde mich wohl mal auf die Suche nach einer WG machen und schauen was ich so finde. Allerdings ist es keinesfalls so, dass ich unbedingt weg muss. Ich werde sehen, wie sich alles entwickelt.

23 Sep 2008 Woche 3 – Mercé, Regen und Krankheit…
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Die dritte Woche war etwas durchwachsen, obwohl sie eigentlich „unter guten Sternen stand“. Vom 19.09 – 24.09 fand hier nämlich das Merce statt. Zu diesem Fest in Barcelona gibt es Live Musik an vielen Plätzen in der Stadt, Feuerwerk, Shows und vieles mehr. Da alles außerdem gratis ist, war das eigentlich eine gute Möglichkeit, sich zu amüsieren. Aber es war, wie gesagt, eher ein durchwachsenes Fest für mich.
Zuerst aber etwas positives: Ich habe über das Internet 2 Tandem Sprachpartner kennen gelernt. Einen habe ich schon getroffen und der war voll ok. Haben uns gut verstanden und werden uns wohl öfter treffen. Der andere Tandem Kontakt hat sich eben erst bei mir gemeldet, aber auch da hoffe ich, dass wir uns bald treffen und wir uns gut verstehen.

Nun aber zu den eher unguten Sachen, die es zu berichten gibt. Das Mercé ist so ziemlich ins Wasser gefallen, es gab Regen und es war bedeckt. Schon am zweiten Tag habe ich die Sonne vermisst…wie schnell man sich doch umgewöhnt! ;-) Allerdings war am 4 Tag auch schon wieder die Sonne zu sehen, also war ich nicht allzu lange „auf Entzug“.
Eine weitere unerfreuliche Sache war dann auch, dass ich praktisch das gesamte Wochenende über krank war. Habe mir, wie ungefähr 50% Kinder und 100% (!) der Erzieher und Freiwilligen einen Virus gefangen, der mich außer Gefecht gesetzt hat. Hab den ganzen Samstagabend nur gebrochen, da war natürlich nicht ans weggehen zu denken…und das genau am Wochenende, wo die besten Konzerte etc. stattfanden. War schon ein wenig ärgerlich.
Kontakte hab ich leider auch noch nicht wirklich knüpfen können. Hab zwar am ersten Tag des Mercé einige Jugendliche von hier kennen gelernt, aber für längerfristige Kontakte hat es leider nicht gereicht. Sie waren bald dermaßen betrunken, dass man nicht mehr mit ihnen reden konnte. Bin dann irgendwann abends gegen um 3 Uhr gegangen. Mittlerweile ärgere ich mich ein wenig, dass ich nicht wenigstens nach irgendwelchen Möglichkeiten gefragt habe, mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

15 Sep 2008 Nach 2 Wochen Eingewöhnung…

Mittlerweile sind schon 2 Wochen vergangen, seit ich angekommen bin.  Die Zeit ist wirklich wie im Flug vergangen.
Die Tage sind total stressfrei! Ich stehe immer so gegen 7-8Uhr auf, frühstücke (meist Cornflakes) und fahre zur Arbeit, welche im Übrigen wirklich nicht anstrengend ist. Dort gibt es gegen 11.30 gutes Mittagessen,  was dann auch eine Weile satt hält. Nach Feierabend um 14 Uhr geht es meistens ab an den Strand. Auch einige Teile der Stadt habe ich nach der Arbeit schon mit dem Fahrrad erkundet.
Ein Highlight war sicherlich auch der Ausflug nach Montserrat meiner Vermieterin,  bei dem ich dabei sein durfte. Da Ihr Cousin zu Besuch war und er uns die Reise praktisch spendierte, hat es gleich doppelt Spaß gemacht. Auch sonst war er total gut drauf und hat viel gute Laune hier verbreitet.
Eigentlich läuft alles perfekt hier. Nur mit 2 Sachen bin ich noch nicht zufrieden.  Erstens mit der Sprache, da  mache ich wenig bis keine Fortschritte. Im Kindergarten wird doch viel Deutsch gesprochen und ebenso wenig Zwang  zum Spanisch Sprechen gibt es zuhause, weil auch dort Deutsch gesprochen wird. Das 2. Problem ist, dass ich noch sehr wenig Leute kennen gelernt habe. Beide Probleme hängen sicherlich damit zusammen, dass ich abends bis jetzt noch nicht alleine abends weg war. Aber bei einem täglichen Budget von 5-6€ und einem Eintrittspreis in den Diskos von 12€+ ist das auch kein Wunder. Außerdem bin ich auch nicht der Mensch, der viel Party braucht. Aber da muss sich etwas ändern.
Was kann ich also machen?  Ich brauche erstens einen 2. Job, damit ich mir solche Abende finanzieren kann. Etwas Kleines habe ich schon in Aussicht:  Eine Familie aus dem Kindergarten benötigt zusätzliche Betreuung ihrer Kinder, bevor der Kindergarten aufmacht. Wenn ich eher aufstehe, könnte ich mir so etwas dazuverdienen. Was aber vielleicht besser wäre, ist sich einen Kellner Job zu suchen. Dabei muss ich ja automatisch auch etwas sprechen, was auch ein Ziel von mir ist. Mit dem Geld könnte ich mir vielleicht auch die Mitgliedschaft in einem Sportverein o.ä. finanzieren. Dort kann man ja auch viele Kontakte knüpfen. Außerdem werde ich mal nach Tandem Spachpartnern suchen.
Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden hier – von Heimweh keine Spur.

02 Sep 2008 Der erste Arbeitstag
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Da ich am letzten Tag erst später ins Bett kam, schlief die erste Nacht recht gut, obwohl es draußen doch recht laut war. Ich kam nur schwer aus dem Bett, ging ins Bad und aß anschließend meine Cornflakes. Meine Vermieterin erklärte mir noch den Weg zur Arbeit, bevor ich dann auch schon los musste. Mein Fahrrad, welches wir sicherheitshalber mit hoch genommen haben, wieder herunterzubekommen war schon die erste Hürde des Tages. Allerdings war es nichts gegen den Verkehr auf den Straßen Barcelonas.
Die Ampelfarbe „Rot“ schein hier eher so eine Art Richtlinie zu sein, unter dem Motto: Du solltest den fahren lassen, der gerade grün hat. Aber in vielen Fällen hält nimmt man es hier nicht so ernst mit den Verkehrsregeln. Wenn halt keiner kommt, oder der, der grün hat nicht den ersten Schritt macht, dann fährt man eben. Da muss man sich auch erst dran gewöhnen.  Und dort, wo es keine Radwege gibt, sind meist so viele Fußgänger, dass man gar nicht richtig Fahrrad fahren kann…andererseits kann das mit dem Verkehr hier auch damit zusammenhängen, dass heute der 1. September ist und da viele Spanier ihren ersten Arbeitstag nach dem Ferien-Monat August haben.
Auf Arbeit ließ man es langsam angehen. Ich konnte eigentlich die ganze Zeit Deutsch sprechen (verbringe mein FSJ ja in einem Deutsch-Katalanischen Kindergarten). Aber ich denke ich werde auch mein Spanisch dort verbessern können, da die Erzieher untereinander spanisch (castellano) sprechen. Wenn die deutschen Erzieher spanisch sprechen, verstehe ich es besser als wenn die Einheimischen Spanisch sprechen.
Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass ich in dem FSJ ganz gut mit der Kommunikation klar kommen werde.

01 Sep 2008 Die Ankunft / Tag 1
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Die Ankunft / Tag 1 (31.08.2008)
Ich schlief so gut wie den ganzen Flug nach Barcelona. Um mich herum murmelten einige Spanier etwas, wovon ich aber nicht allzu viel verstand.
Nach der Landung  bekam ungewöhnlich zügig mein Gepäck wieder, jedoch verbrachte ich einige Zeit damit mein Fahrrad zu suchen. Nachdem ich es gefunden hatte, musste ich es wieder zusammenbauen, da es für den Transport ja teilweise zerlegt worden war.
Bei den Sommertemperaturen in Barcelona kam dabei mächtig ins Schwitzen. Das wurde auch nicht besser, als ich mit Koffer (20kg), vollgestopfter Laptoptasche (13kg) und Fahrrad den Bus gesucht habe. Konnte mich glücklicherweise mit meinen Sprachkenntnissen gerade so durchschlagen. Nach einer Fahrt in einem überfüllten Bus war ich dann an der Station angekommen, an der ich mich mit meiner „Vermieterin“ verabredet hatte.  Ich war ziemlich gespannt, wie sie sein würde. Schließlich muss ich ja ein ganzes  Jahr mit ihr auskommen ;-)