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14 Mai 2009 FSJ oder ADiA in Spanien
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Spanien. Das sonnige Land voller Temperament im Südwesten Europas. Für viele ist es ein Traum dort ihr FSJ bzw. ADiA zu absolvieren. Doch wie kommt man an ein FSJ in Spanien, welche Organisationen muss man anschreiben und wo kann man arbeiten.  Und welche Vorteile bietet Spanien überhaupt als Gastland für euer FSJ / ADiA. Darüber findet ihr hier einige Informationen.

Spanien

Dass Spanien eine geniale Wahl für euer Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland/ ADiA ist, liegt auf der Hand. Vielen ist Spanien als Urlaubsland bekannt, in dem fast immer die Sonne scheint, in dem die Menschen temperamentvoll und heißblütig sind. Ein lockererer Lebensstil und viel Lebensfreude sprechen außerdem für das Land, das den größten Teil der iberischen Halbinsel bedeckt.

Nicht zu vergessen und für viele enorm wichtig ist es, Spanisch zu lernen bzw. seine Spanischkenntnisse zu verbessern. Im Vergleich zu vielen anderen Sprachen fällt Spanisch vielen Menschen recht leicht, auch wenn es gerade in der Anfagsphase sehr schwer ist, die Spanier zu verstehen. Durch den allgegenwärtigen Kontakt mit der Sprache ist garantiert, dass man nach seinem FSJ  bzw anderem Dienst im Ausland Spanisch auf einem hohen bis sehr hohen Niveau sprechen kann.

Wo wir vorhin vom Lebensstil sprachen, darf man natürlich auch nicht die spanischen Delikatessen wie iberischen Schinken, Chorizo und Rotwein vergessen. Eine fremde, aber dennoch noch europäische Kultur erwartet euch, die euch höchstwahrscheinlich in ihren Bann ziehen wird. Ein FSJ in Spanien  oder auch ein ADiA in Spanien ist ein Jahr, was man in seinem Leben nie vergessen wird.

Entsendeorganisationen (Träger)

Wir werden euch hier einige Organisationen bzw. Vereine auflisten, die Freiwillige nach Spanien entsenden und die von de Landesbehörden als Träger anerkannt sind. Meist wird sowohl FSJ als auch ADiA angeboten.

Projekte in Spanien

Es ist aufgrund der Knappheit der Stellen sicherlich klug, sich selbst eine Stelle zu suchen und diese dann über einen Träger anerkennen zu lassen. Sucht einfach in einer Suchmaschine eurer Wahl nach “[Name Spanischer Stadt]  + X”

X kann dann z.B. “Kinderladen”, “deutsche Schule”, “residencia de ancianos” (Altersheim),  albergue juvenil” (Jugendherberge) usw. eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Eure Funde müsst ihr dann nur noch anmailen und Fragen, ob sie daran interessiert wären euch gegen ein gewisses Taschengeld als Freiwilligen einzustellen.

06 Okt 2008 Erstbericht Lennart Ludwig, St Brieuc

Lieber sfd,

Der erste Monat in Frankreich ist um und ich habe mich schon die letzten Tage gewundert, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht.
Seit dem 1. September lebe und arbeite ich nun also in der Jugendherberge von Saint Brieuc, einer Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern. Saint Brieuc liegt direkt am Meer und besitzt einen mittelalterlichen Stadtkern, in dem sich ein paar ansprechende Kneipen befinden. Insgesamt würde ich das Leben hier aber eher als ruhig bezeichnen.
Die Jugendherberge selbst liegt leider weder im Stadtkern, noch am Meer, sondern eher etwas ausserhalb, in der Nähe eines Neubauviertels. Mit dem Rad, das ich hier kostenlos nutzen kann, ist aber beides in 10-15 Minuten zu erreichen. Wir hatten hier die letzten 20 Tage eigentlich durchgängig blauen Himmel und Sonnenschein und so nutze ich viele meiner freien Tage, um mit dem Rad und zu Fuß die Strände in der Nähe zu erkunden. Im Normalfall ist es auch kein Problem das Herbergsauto zu nutzen, allerdings machte ich hiervon wegen des guten Wetters erst einmal Gebrauch. Die Herberge sieht für meinen Geschmack ziemlich cool aus. Das Hauptgebäude ist aus dem 15. Jahrhundert und ich finde es toll in dem Innenhof eines so alten Gebäudes die Sonne zu genießen. Des Weiteren verfügt die Herberge noch über ein 2. Gebäude, in dem die meisten Gäste untergebracht werden und einen Garten der gleichzeitig auch Camping- und Minigolfplatz ist.
Meine Mitarbeiter bestehen aus einem 2. deutschen FSJler, Lenard, mit dem ich mir auch ein Zimmer teile. Dann gibt es natürlich noch Gwendal Guery, unseren Chef. Er ist erst 32 Jahre alt und super nett. Er ist sehr zuvorkommend und gibt sich wirklich Mühe, unseren Aufenthalt hier möglichst angenehm zu gestalten. Wir essen häufig gemeinsam zu Abend und haben dabei viele gute Gespräche. Des Weiteren gibt es noch Marcel, den Chefkoch und Yann seinen Gehilfen. Die Herberge verfügt auch über ein Restaurant für Gruppen, die einen der 3 Tagungsräume nutzen und so kochen die Beiden jeden Mittag Essen, das weit über dem von mir vermutetem Jugendherbergsniveau liegt. Für die Bereiche Ménage, petit déjeuner und service en salle sind Stéphanie, Nathalie und Anne-Marie zuständig. Vor allem Anne-Marie kümmert sich sehr gut um uns, auch außerhalb ihrer Arbeitszeit. Sie blieb länger oder kam extra abends in die Herberge um für uns typisch bretonisch zu kochen und so aß ich dank ihr meine ersten Galettes und Crêpes in Frankreich. Unser Hausmeister heißt Patrick, der nicht nur sehr hilfsbereit ist, sondern auch fast immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hat. Vor 2 Wochen ist dann noch Numa, ein neuer Mitarbeiter für die Bereiche service en salle und accueil zu uns gestoßen. Ich schätze ihn auch auf unter 30 und auch mit ihm verstand ich mich sofort gut. Da ich nur 3 Jahre Französisch in der Schule hatte, fehlen mir häufig Vokabeln und gerade in der ersten Woche musste ich sehr oft darum bitten, das gerade Gesagte noch einmal zu wiederholen. Keiner meiner Kollegen wirkte aber davon genervt, sondern erklärte es mir noch einmal mit anderen Worten. Ihr seht also, dass ich mit den Menschen, mit denen ich fast täglich in Kontakt stehe, ein wirklich gutes Los gezogen habe.
Laut Dienstvertrag habe ich hier die normale französische 35-Stunden Woche, aber bisher musste ich noch keine Woche mehr als 30 Stunden arbeiten. Pro Woche habe ich 2 Tage frei, die aber nicht wie bisher Samstag und Sonntag sind. Es ist schon seltsam, wenn man sich nicht mehr auf das Wochenende freuen kann, sondern auf einmal Montag und Dienstag oder Montag und Freitag frei hat. Wenn ich mit Gwendal rede ist es eigentlich kein Problem 2 zusammenhängende Tage freizubekommen. Das ist meiner Meinung nach angenehmer, da ich so kleine Reisen in die Umliegenden Städte erkunden kann. Er legt meinen Arbeitsplan dann sogar so, dass ich z.B. von Sonntag 12 Uhr bis Mittwoch 18 Uhr frei habe, was es mir ermöglicht, sogar 3 Nächte unterwegs zu sein. Zu meinen Aufgaben hier zählen: das Frühstück vorbereiten, Zimmer der Gäste putzen, kellnern und an der Rezeption sitzen. Was genau ich in den einzelnen Bereichen machen muss, schreib ich euch im nächsten Bericht.
Ich bin in einem normalen Herbergszimmer untergebracht, dass ich mir mit meinem Mitfreiwilligen teile. Das  Zimmer ist meiner Meinung nach ausreichend groß und verfügt dank Gwendal auch über 2 Schreibtische, TV und DVD-Player, allerdings können wir bisher noch kein französisches Fernsehprogramm schauen, da der Empfang zu schlecht ist, aber Gwendal sagte mir gestern Abend, dass er eine neue Antenne besorgt hat. Mich stört allerdings, dass wir keine eigene Dusche und Toilette haben.
Bevor ich euch noch etwas über meine persönliche Situation erzähle fahre ich erstmal zur Turnhalle, um am Volleyballtraining teilzunehmen.
So, ich bin zurück und will mal mit der Sprache anfangen. Ich hatte ja oben schon einmal erwähnt, dass ich mit einigen Sprachproblemen hier ankam. Meiner Meinung nach hat sich das aber schon stark verbessert. Alle Leute die merken, dass ich neu in Frankreich bin, nehmen Rücksicht auf mich und so habe ich doch ab und zu fast ein richtiges Gespräch. Auch Telefonanrufe kann ich mittlerweile schon beantworteten, wenn ich auch ab und zu nachfragen muss und selten sage, dass es besser sei, wenn sie noch mal zurückrufen, um den Chef zu erreichen. Aber auch das wird sich noch ändern. Dadurch dass Lenard und ich fast immer zusammen arbeiten, rede ich leider weniger Französisch, als ich mir das vorher erhofft hatte und bin mir auch sicher, dass sich die Sprache sonst noch schneller entwickelt hätte. An Gesprächen zwischen Franzosen, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen, kann ich leider noch nicht richtig teilnehmen. Die Redegeschwindigkeit und die Worte, die mir an einigen Stellen fehlen, machen es mir sehr schwer als normaler Gesprächspartner aufzutreten. Da ich aber fast jeden Tag Vokabeln lerne, wird sich das hoffentlich auch in näherer Zukunft erledigt haben.

Ich habe mich in diesem Bericht versucht an die Vorgaben zu halten, bei Interesse an „außergewöhnlichen Erlebnissen und Reiseberichten könnt ihr auch gerne auf meiner Homepage schauen: www.lennart-st-brieuc.jimdo.com Dort warten auch noch einige Fotos auf euch.