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26 Sep 2008 Besuch aus Australien

Wir haben wieder Besuch. Dieses Mal ist es die Schwester von meiner Vermieterin mit ihren 2 Kindern. Diese Familie hat sich anscheinend auf dem gesamten Globus verteilt ;-)

Was mit auch aufgefallen ist: Alle Familienmitglieder haben es irgendwie mit – naja wie soll man es sagen – spirituellen (?) Sachen. Der Cousin aus Potsdam hat mir schon viele Sachen erzählt über seine Ansichten bezüglich Religion und wie der Mensch leben sollte. Außerdem hat er mir etwas über Geomantie beigebracht :D . Meine Vermieterin selbst ist Vegetarierin und interessiert sich für Chakra und die Schwester die hier zu Besuch ist, schwört auf Homöopathie bzw. Bach-Blütentherapie. Ich glaube in diesem Jahr lerne ich einiges mehr als nur Spanisch. Mal sehen wo ich mich hin entwickle – die letzten 3 Tage habe ich schon kein Fleisch gegessen o.O . Was passiert mit mir?!
Jetzt sind hier 3 kleine Kinder, die schreien, kreischen und Dummheiten machen. Ach ja ist das entspannend. Da hilft nichts andres als rausgehen und flüchten. Naja ein was Positives hat das Ganze: Ich kann manchmal abends gratis mitessen.

24 Sep 2008 Probleme mit meiner Unterbringung

Ich wohne ja hier bei einer Art Gastfamilie (alleinerziehende Mutter) als Untermieter. Leider bin ich nicht ganz zufrieden hier und das hat verschiedene Gründe.  Einerseits sind das die Kosten:  Meine Vermieterin verlangt von mir jetzt nämlich zusätzlich zu der vorher vereinbarten Miete jetzt noch 30€ für Internet und Telefonanschluss möchte (obwohl der vorher vereinbarte Preis eigentlich mit „allen Kosten inklusive“ war). Diesen Monat möchte sie sogar 60€, weil etwas am Internet repariert wurde (obwohl ich nichts damit zu tun hatte, dass die Reparatur notwendig war).  Trotzdem geht das Internet jetzt nicht…schon ein wenig ärgerlich.
Außerdem komme ich hier irgendwie nicht dazu, Spanisch zu sprechen, da sie ja auch Deutsche ist.
Der wichtigste Punkt ist aber, dass das Leben mit einer alleinerziehenden Mutter plus 4 jährigem Kind manchmal nicht so angenehm ist. Man wird frühmorgens von Kinderschreien geweckt ( Die ich aufgrund meiner Arbeit im Kindergarten genug habe ;-) ), man muss auch mal Babysitten, hat aufgrund des Kindes, das immer mal unerwartet ins Zimmer schneit, weniger Privatsphäre. Natürlich gibt es auch unangenehme Sachen, wenn man beispielsweise in einer WG wohnt, aber trotzdem stelle ich mir das Leben in einer solchen aufregender vor.
Ich werde mich wohl mal auf die Suche nach einer WG machen und schauen was ich so finde. Allerdings ist es keinesfalls so, dass ich unbedingt weg muss. Ich werde sehen, wie sich alles entwickelt.

23 Sep 2008 Woche 3 – Mercé, Regen und Krankheit…
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Die dritte Woche war etwas durchwachsen, obwohl sie eigentlich „unter guten Sternen stand“. Vom 19.09 – 24.09 fand hier nämlich das Merce statt. Zu diesem Fest in Barcelona gibt es Live Musik an vielen Plätzen in der Stadt, Feuerwerk, Shows und vieles mehr. Da alles außerdem gratis ist, war das eigentlich eine gute Möglichkeit, sich zu amüsieren. Aber es war, wie gesagt, eher ein durchwachsenes Fest für mich.
Zuerst aber etwas positives: Ich habe über das Internet 2 Tandem Sprachpartner kennen gelernt. Einen habe ich schon getroffen und der war voll ok. Haben uns gut verstanden und werden uns wohl öfter treffen. Der andere Tandem Kontakt hat sich eben erst bei mir gemeldet, aber auch da hoffe ich, dass wir uns bald treffen und wir uns gut verstehen.

Nun aber zu den eher unguten Sachen, die es zu berichten gibt. Das Mercé ist so ziemlich ins Wasser gefallen, es gab Regen und es war bedeckt. Schon am zweiten Tag habe ich die Sonne vermisst…wie schnell man sich doch umgewöhnt! ;-) Allerdings war am 4 Tag auch schon wieder die Sonne zu sehen, also war ich nicht allzu lange „auf Entzug“.
Eine weitere unerfreuliche Sache war dann auch, dass ich praktisch das gesamte Wochenende über krank war. Habe mir, wie ungefähr 50% Kinder und 100% (!) der Erzieher und Freiwilligen einen Virus gefangen, der mich außer Gefecht gesetzt hat. Hab den ganzen Samstagabend nur gebrochen, da war natürlich nicht ans weggehen zu denken…und das genau am Wochenende, wo die besten Konzerte etc. stattfanden. War schon ein wenig ärgerlich.
Kontakte hab ich leider auch noch nicht wirklich knüpfen können. Hab zwar am ersten Tag des Mercé einige Jugendliche von hier kennen gelernt, aber für längerfristige Kontakte hat es leider nicht gereicht. Sie waren bald dermaßen betrunken, dass man nicht mehr mit ihnen reden konnte. Bin dann irgendwann abends gegen um 3 Uhr gegangen. Mittlerweile ärgere ich mich ein wenig, dass ich nicht wenigstens nach irgendwelchen Möglichkeiten gefragt habe, mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

15 Sep 2008 Nach 2 Wochen Eingewöhnung…

Mittlerweile sind schon 2 Wochen vergangen, seit ich angekommen bin.  Die Zeit ist wirklich wie im Flug vergangen.
Die Tage sind total stressfrei! Ich stehe immer so gegen 7-8Uhr auf, frühstücke (meist Cornflakes) und fahre zur Arbeit, welche im Übrigen wirklich nicht anstrengend ist. Dort gibt es gegen 11.30 gutes Mittagessen,  was dann auch eine Weile satt hält. Nach Feierabend um 14 Uhr geht es meistens ab an den Strand. Auch einige Teile der Stadt habe ich nach der Arbeit schon mit dem Fahrrad erkundet.
Ein Highlight war sicherlich auch der Ausflug nach Montserrat meiner Vermieterin,  bei dem ich dabei sein durfte. Da Ihr Cousin zu Besuch war und er uns die Reise praktisch spendierte, hat es gleich doppelt Spaß gemacht. Auch sonst war er total gut drauf und hat viel gute Laune hier verbreitet.
Eigentlich läuft alles perfekt hier. Nur mit 2 Sachen bin ich noch nicht zufrieden.  Erstens mit der Sprache, da  mache ich wenig bis keine Fortschritte. Im Kindergarten wird doch viel Deutsch gesprochen und ebenso wenig Zwang  zum Spanisch Sprechen gibt es zuhause, weil auch dort Deutsch gesprochen wird. Das 2. Problem ist, dass ich noch sehr wenig Leute kennen gelernt habe. Beide Probleme hängen sicherlich damit zusammen, dass ich abends bis jetzt noch nicht alleine abends weg war. Aber bei einem täglichen Budget von 5-6€ und einem Eintrittspreis in den Diskos von 12€+ ist das auch kein Wunder. Außerdem bin ich auch nicht der Mensch, der viel Party braucht. Aber da muss sich etwas ändern.
Was kann ich also machen?  Ich brauche erstens einen 2. Job, damit ich mir solche Abende finanzieren kann. Etwas Kleines habe ich schon in Aussicht:  Eine Familie aus dem Kindergarten benötigt zusätzliche Betreuung ihrer Kinder, bevor der Kindergarten aufmacht. Wenn ich eher aufstehe, könnte ich mir so etwas dazuverdienen. Was aber vielleicht besser wäre, ist sich einen Kellner Job zu suchen. Dabei muss ich ja automatisch auch etwas sprechen, was auch ein Ziel von mir ist. Mit dem Geld könnte ich mir vielleicht auch die Mitgliedschaft in einem Sportverein o.ä. finanzieren. Dort kann man ja auch viele Kontakte knüpfen. Außerdem werde ich mal nach Tandem Spachpartnern suchen.
Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden hier – von Heimweh keine Spur.

02 Sep 2008 Der erste Arbeitstag
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Da ich am letzten Tag erst später ins Bett kam, schlief die erste Nacht recht gut, obwohl es draußen doch recht laut war. Ich kam nur schwer aus dem Bett, ging ins Bad und aß anschließend meine Cornflakes. Meine Vermieterin erklärte mir noch den Weg zur Arbeit, bevor ich dann auch schon los musste. Mein Fahrrad, welches wir sicherheitshalber mit hoch genommen haben, wieder herunterzubekommen war schon die erste Hürde des Tages. Allerdings war es nichts gegen den Verkehr auf den Straßen Barcelonas.
Die Ampelfarbe „Rot“ schein hier eher so eine Art Richtlinie zu sein, unter dem Motto: Du solltest den fahren lassen, der gerade grün hat. Aber in vielen Fällen hält nimmt man es hier nicht so ernst mit den Verkehrsregeln. Wenn halt keiner kommt, oder der, der grün hat nicht den ersten Schritt macht, dann fährt man eben. Da muss man sich auch erst dran gewöhnen.  Und dort, wo es keine Radwege gibt, sind meist so viele Fußgänger, dass man gar nicht richtig Fahrrad fahren kann…andererseits kann das mit dem Verkehr hier auch damit zusammenhängen, dass heute der 1. September ist und da viele Spanier ihren ersten Arbeitstag nach dem Ferien-Monat August haben.
Auf Arbeit ließ man es langsam angehen. Ich konnte eigentlich die ganze Zeit Deutsch sprechen (verbringe mein FSJ ja in einem Deutsch-Katalanischen Kindergarten). Aber ich denke ich werde auch mein Spanisch dort verbessern können, da die Erzieher untereinander spanisch (castellano) sprechen. Wenn die deutschen Erzieher spanisch sprechen, verstehe ich es besser als wenn die Einheimischen Spanisch sprechen.
Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass ich in dem FSJ ganz gut mit der Kommunikation klar kommen werde.

01 Sep 2008 Die Ankunft / Tag 1
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Die Ankunft / Tag 1 (31.08.2008)
Ich schlief so gut wie den ganzen Flug nach Barcelona. Um mich herum murmelten einige Spanier etwas, wovon ich aber nicht allzu viel verstand.
Nach der Landung  bekam ungewöhnlich zügig mein Gepäck wieder, jedoch verbrachte ich einige Zeit damit mein Fahrrad zu suchen. Nachdem ich es gefunden hatte, musste ich es wieder zusammenbauen, da es für den Transport ja teilweise zerlegt worden war.
Bei den Sommertemperaturen in Barcelona kam dabei mächtig ins Schwitzen. Das wurde auch nicht besser, als ich mit Koffer (20kg), vollgestopfter Laptoptasche (13kg) und Fahrrad den Bus gesucht habe. Konnte mich glücklicherweise mit meinen Sprachkenntnissen gerade so durchschlagen. Nach einer Fahrt in einem überfüllten Bus war ich dann an der Station angekommen, an der ich mich mit meiner „Vermieterin“ verabredet hatte.  Ich war ziemlich gespannt, wie sie sein würde. Schließlich muss ich ja ein ganzes  Jahr mit ihr auskommen ;-)

31 Aug 2008 Der Beginn

Das erste Mal verlasse ich meine Heimat für eine richtig lange Zeit.  Dass darüber längst nicht alle begeistert sind, brauche ich wohl kaum zu erwähnen. Eltern lassen ihre Kinder nur ungern ziehen und natürlich ist meine Freundin auch nicht besonders erfreut gewesen, dass ich sie nun für längere Zeit allein lasse. Aber auch ich hatte bei der Abreise gemischte Gefühle.
Als es noch mehr als eine Woche bis zur Abreise hin war, habe ich mir kaum Gedanken darüber gemacht, wie es mir wohl bei der Abreise gehen würde oder darüber, was ich hier überhaupt zurück lasse. Doch 3 Tage vorher kamen doch leichte „Zweifel“.  Mir persönlich ist aufgefallen, wie sehr ich doch an meiner Heimat hänge und wie viele Freunde ich zurücklasse. Da diese aber zum großen Teil studieren werden, hätte ich eh nicht mehr allzu lange Kontakt zu ihnen gehabt. Auch der Kontakt und die Gefühle für meine Freundin wurden nochmal intensiver, je näher der Tag rückte. Doch die Entscheidung stand fest:  Ich wollte weg. Und letztendlich freute ich mich auch schon auf viele neue Erfahrungen und Erlebnisse.
Am finalen Tag klingelte der Wecker um 4.30Uhr, denn mein Flieger ging früh. Duschen, Frühstücken und sich anziehen. Ich verabschiedete mich von meiner Mutter, die nicht zum Flughafen mitkam, weil das Auto war zu voll  war. Bei der Verabschiedung von meiner Freundin mussten durchaus einige Tränen unterdrückt werden. Es war eine ruhige Fahrt zum Flughafen. Der Check-In am Flughafen mit Fahrrad ging leichter als gedacht und nach der Verabschiedung von meinem Vater war ich dann auf mich allein gestellt. Das FSJ hat jetzt begonnen.

30 Aug 2008 BCN-Kinder in Barcelona
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Mein Name ist Sebastian Dziubiel und ich werde hier demnächst über mein FSJ in Barcelona, Spanien berichten. Ich arbeite hier bei BCN-Kinder, einem Kindergarten.

Ich hoffe euch werden meine Berichte gefallen ;-)