Anderer Dienst im Ausland (ADiA)

Für Kriegsdienstverweigerer bestehen neben dem gewöhnlichen Zivildienst einige weitere Möglichkeiten, ihrer Wehrpflicht nachzukommen. Eine prominente Alternative bildet der Andere Dienst im Ausland. Er ist ein sozialer Wehrersatzdienst, vergleichbar mit dem auf Deutschland beschränkten Zivildienst, jedoch mit größerer Bandbreite an Aufgabenbereichen.

Geschichte und Idee

Im Rahmen der deutschen Wiedergutmachungspolitik nach dem zweiten Weltkrieg sollten deutsche Jugendliche in geschädigten europäischen Ländern materielle Entschädigungen leisten. Diesen Gedanken erbend entstand der ADiA in seiner heutigen Form 1986.
Waren seine Vorläufereinrichtungen an die historische Verpflichtung gekoppelt, so wächst der Andere Dienst im Ausland über diese hinaus und soll heute den interkulturellen Austausch Jugendlicher in Europa sowie global institutionell sicherstellen.

Formales

Nach der Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer durch das Bundesamt für den Zivildienst kann sich der Interessent bei einer der offiziellen Trägerorganisationen für einen Anderen Dienst im Ausland bewerben.
Der Dienst dauert zwei Monate länger als der herkömmliche Zivildienst, kann unter Umständen auch für eine längere Zeit vereinbart werden.
Im Unterschied zum Zivildienst erhalten Absolventen keine staatliche finanzielle Unterstützung.
Von der entsprechenden Trägerorganisation abhängig werden Selbstbeteiligungen von den Teilnehmern verlangt, die gewöhnlich über so genannte Spenderkreise organisiert werden.
Der Großteil der anfallenden Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung sowie Taschengeld wird allerdings zumeist von der Entsendeorganisation geleistet.

Wo mache ich Was?

Dutzende Länder auf allen Kontinenten bergen die Möglichkeit eines ADiA-Einsatzes. Von Australien und Japan über Sri Lanka und Kirgisistan bis zu Brasilien und der USA, weiter natürlich in sämtlichen Ländern der EU kann der Dienst geleistet werden, sofern dort gerade ein Projekt angeboten wird.

Die zu verrichtenden Arbeiten sind sozialer Art. Der Absolvent kann in pädagogischer Arbeit mit Kindern aufgehen oder Altenpflege leisten, er kann im Museum, an einer Schule oder im Kinderheim mitarbeiten.

Gerade die geographische sowie die Vielfalt der Beschäftigungsmöglichkeiten ermöglichen dem Jugendlichen eine individuell bereichernde Erfahrung.